Rundreise durch den Südwesten der USA

Update folgt: Fotos müssen erst in ansprechender Form digitalisiert werden. Alte Fotos waren nicht mehr ausreichend.

Diese Reisebeschreibung richtet sich an zukünftige USA-Reisende, die auf der Suche nach Informationen sind, ist aber auch sonst ganz interessant, da uns echt witzige Sachen passiert sind. Neben der reinen Reisebeschreibung habe ich einigige unserer 360 Fotos gescannt, um charakteristische Dinge der jeweiligen Orte zu zeigen.Wir, dass sind meine Freundin Nicole, meine Schwester Stefanie und ich, wünschen viel Spaß beim Lesen! 

Plettenberg - Amsterdam - San Francisco, 1. Okt. 1999

Beginn unserer Reise in den Südwesten der USA per Auto zum Flughafen Schiphol bei Amsterdam. Gegen 15.25 Uhr startete dann die Maschine der Martinair Richtung Amerika. Nach einem ermüdenden, ca. 10 stündigen Flug und Einrechnung der Zeitverschiebung von 9 Stunden, sind wir gegen 17.35 in Oakland gelandet. Aus Bequemlichkeit haben wir uns per Taxi zum Hotel (Holiday Inn Golden Gateway) bringen lassen, das ziemlich zentral lag und eine grandiose Aussicht auf San Francisco Downtown bot. Die Taxifahrt von Oakland ins Hotel kostete übrigens knapp 45 Dollar. Wir haben uns lediglich noch ein paar Sandwiches gekauft, gegessen und sind anschließend totmüde ins Bett gefallen.


San Francisco, 2. Okt. 1999

Der Jetlag ließ uns bereits um 4.00 a.m. senkrecht im Bett stehen. Daher fiel uns früh Aufstehen nicht besonders schwer. Bereits um 8.00 a.m. saßen wir bei einem original amerikanischen Frühstück mit Bacon, Sausages und Scrambled Eggs einige Blocks weiter bei Mels Drive-in (1050 Van Ness at Geary), einem nicht gerade billigen, aber sehr guten Restaurant. Man muss aber besonders abends früh kommen, da die Qualität des Essens sehr bekannt zu sein scheint.
Anschließend wollten wir mit dem Bus Richtung Fishermans Wharf fahren, mussten allerdings feststellen, dass man keine Tagestickets im Bus lösen kann und die Einwegtickets nur mit passendem Kleingeld oder 1-Dollar Scheinen gelöst werden können. Wir gingen also zu Fuß. Am Pier nahmen wir ein Angebot wahr, mit einem kleinen Fischerboot für 10 Dollar pro Nase unter der Golden Gate Bridge herzufahren und anschließend um Alcatraz herum wieder zurückzukehren, was sich als echt sehenswerte Tour herausstellte. Bei Fishermans Wharf haben wir am Pier 39 die "Hundertschaft" an Seelöwen bestaunt, die dort faul in der Sonne badeten.
Unser nächstes Ziel war der Telegraph Hill, von dessen Turm man eine wunderbare Übersicht über San Francisco geniessen kann. Von dort sind wir zu Fuß durch China Town zur Lombard Street gelatscht, der wohl kurvigsten Straße ganz Kaliforniens! Die Füße taten uns zu dem Zeitpunkt bereits so weh, dass wir beschlossen haben, mit der Cable Car zurück zum Hotel zu fahren. Cable Car fahren sollte man in San Francisco auf keinen Fall verpassen, da die Fahrer lustig sind und das Bergabfahren wahre Adrenalinschübe hervorrufen kann. Abends haben wir dann noch versucht (aber nicht geschafft), zu dritt eine überdimensionale Family-Pizza zu verdrücken und sind anschließend zurück ins Hotel.

 

San Francisco, 3. Okt. 1999

Nachdem wir uns wieder bei Mels Drive-In gestärkt hatten, sind wir mit dem Bus (1-Dollar Noten sei Dank!) zum Golden Gate Park gefahren. Aufgrund mangelnder Zeit hatten wir uns dort nur den Japanese Tea Garden, der sehr schön angelegt ist, und die California Academy of Science, in der wir uns einem Erdbebensimulator gestellt haben, angesehen.
Anschließend sind wir mit dem Bus zurück zum Civic Center, dem Verwaltungsbezirk San Franciscos, gefahren. Dort haben wir die Marketstreet aufwärts einen Einkaufsbummel unternommen, sind dann in das S.F. Museum of Modern Art (sehr schlecht, jedes Kunstmuseum in Paris zeigt mehr und eindrucksvollere Bilder!) und haben den Abend mit einem leckeren Steak im Steakhaus abgerundet.


San Francisco - Sonora, 4. Okt. 1999

Wie üblich haben wir wieder bei Mels gefrühstückt, anschließend schon ein paar Sachen als Proviant gekauft und waren dann pünktlich wieder um 01.00 p.m. am Hotel, von wo wir per Auto zur Wohnmobilvermietungsagentur transferiert wurden. Die Cruise America Vermietung machte einen total unorganisierten Eindruck und nach viel Warterei mussten wir uns schließlich eine Einführung zum Wohnmobil auf Video ansehen. Das Wohnmobil machte - von ein paar Kratzern einmal abgesehen - einen relativ ordentlichen Eindruck. Gegen 03.00 a.m. konnten wir dann unsere Reise beginnen, die dann allerdings kurz nach der Auffahrt auf die Interstate durch einen langen Stau stark abgebremst wurde. Nach einem kurzen Einkaufsbummel durch einen Wal-Mart und eine Stärkung bei McDonalds haben wir uns bei einbrechender Dunkelheit bei Sonora auf einen ziemlich hässlichen Campingplatz gestellt. Von einem direkten Trip von S.F. bis zum Yosemite NP ist abzuraten, da die Strecke einfach zu weit ist.

 

Sonora - Yosemite Valley, 5. Okt. 1999

Nach einem kurzen, aus weichem Weißbrot und ein wenig Aufschnitt bestehenden Frühstück im Wohnmobil haben wir dann früh morgens unsere Reise Richtung Yosemite Valley fortgesetzt. Man fährt durch eine interessante Landschaft, entlang eines großen Sees und einige Serpentinen hinauf und herab, um schließlich in den Park hineinzufahren. Bei der Fahrt in den Park sollte man auf jeden Fall noch ordentlich Benzin im Tank haben, da direkt im Nationalpark keine Tankstellen vorhanden sind. Lebensmittel, Kleidung, etc. bekommt man - natürlich teurer - allesamt im Yosemite Village. Nachdem wir uns einen Campground auf dem Upper Pines Campingplatz gesichert hatten, haben wir sofort unsere Wanderschuhe geschnürt und sind zu den Vernal Falls gewandert (ca. 3 1/2 Stunden hin- und zurück). Die Wasserfälle hatten jahreszeitlich bedingt zwar nicht mehr die Wassermenge wie man sie von den Postkartenaufnahmen kennt, trotzdem war die Wanderung landschaftlich traumhaft.


Yosemite Valley, 6. Okt. 1999

Da unsere Standheizung im Wohnmobil nicht funktionierte, und wir morgens gemütliche 10° Celsius im Wohnmobil hatten, konnte der Kühlschrank mit Leichtigkeit Minusgrade produzieren, so dass unsere Lebensmittel allesamt gefroren waren. Nach einem knappen Frühstück sind wir gegen 09.00 a.m. schließlich zu einer tierischen Wanderung aufgebrochen. Ausgehend von unserem Campingplatz sind wir ein paar Stationen mit dem kostenlosen Shuttle Bus bis zum Visitor Center gefahren. Von dort sind wir dann zu Fuß zum Glacier Point - dem Aussichtspunkt schlechthin - gewandert (ca. 10 km mit 1000 Metern Höhendifferenz). Unterwegs hatten wir dann die spannendste Begegnung unseres Aufenthalts, da wir auf einen Braunbären getroffen sind, der direkt neben dem Weg etwas zu Fressen gefunden hatte und somit glücklicherweise kein Interesse an unseren Erdnussbutterbroten hatte. Diejenigen, die den steilen und kräftezehrenden Weg zum Glacier Point scheuen, seien beruhigt, man kann auch mit dem Auto hinauffahren. Um nicht den selben Weg wieder zurückzugehen, sind wir dann Richtung Vernal Falls wieder zum Yosemite Valley zurückgewandert (ca. 14 km mit 600 Metern Höhendifferenz), was landschaftlich sehr reizvoll war, da der Weg entlang zweier Wasserfälle vorbeiführte und zudem durch ein Gebiet ging, in dem vor einigen Jahren ein Waldbrand gewütet haben muss und das daher einen ganz anderen Gesamteindruck auf uns hinterließ. Als wir gegen 07.00 p.m. schließlich wieder am Wohnmobil waren, hatte die mörderische Wanderung deutliche Spuren der Anstrengung bei uns hinterlassen!

 

Yosemite Valley - Sequoia Nationalpark, 7. Okt. 1999

Die auf der Karte als landschaftliche schöne Strecke markierte Straße war nicht wirklich die ganze Zeit schön. Aber man bekam schon einmal einen ersten Eindruck vom kilometerweiten Geradeausfahren. Nach vielen Serpentinen gelangten wir dann schließlich in den Sequoia NP, in dem man meilenweit nur durch große Nadelwälder fährt. Beim ersten Anblick versetzen einen die riesigen Sequoias (eine Art Mammutbaum) in Ehrfurcht. Der Sequoia NP zählt mit seinen knapp 2100 dieser stillen Riesen zu der größten Ansammlung dieser Bäume weltweit. Nachdem wir einige dieser Bäume bestaunt hatten, sind wir auf den dortigen Campingplatz gefahren, der mit zu den schönsten - und kältesten - während der ganzen Reise zählte. Da wir einen Großteil des Tages mit der Fahrt zugebracht hatten reichte es nur noch für eine kurze, 3 stündige, Wanderung. Bei der Wanderung habe ich eine etwa 1m große dunkle Schlange mit einem hellen Muster auf dem Rücken gesichtet.


Sequoia Nationalpark, 8. Okt. 1999

Am Morgen haben wir uns erst einmal über die Schlange informiert. Es hatte sich zum Glück um eine Ungefährliche gehandelt. Auf Anraten des Rangers haben wir eine Wanderung zum General Sherman Tree gemacht, der mit seinen 11m Stammdurchmesser als größter Baum der Erde zählt. Der General Sherman ist jedoch nicht das wirklich Beeindruckende, da er eingezäunt ist. Es gibt aber Wege durch die Grooves (wie die "Wäldchen" genannt werden), die man auf keinen Fall verpassen sollte. Die Sequoias haben erst durch Waldbrände eine Chance zu wachsen und zu gedeihen, da sie diese durch ihre enorm dicke Rinde problemlos überstehen. Zwar bleiben auch bei ihnen Narben des Feuers, die den Wuchs aber anscheinend nicht sonderlich beeinflussen! Nach unserer 9 stündigen Wanderung, auf deren Rückweg wir zwei Tüten Brennholz gesammelt haben, bin ich mit den beiden Tüten und Kamerarucksack bepackt die letzten 3 km vorgejoggt, um im Supermarkt noch ein paar Kartoffeln zu besorgen. Abends haben wir uns dann zum Ausklang des Tages einige Folienkartoffeln im Feuer gemacht.

 

Sequoia Nationalpark - Death Valley, 9. Okt. 1999

Nachdem wir uns entschlossen hatten, mit unserem 28' langen Wohnmobil die Strecke zu fahren, bei denen die Amerikaner darauf hinwiesen, man solle sie mit Fahrzeugen über 24' meiden, brachen wir wie immer in aller Frühe vom Campingplatz auf. Die Wahl der Wegstrecke stellte sich als gut heraus, da sie für einen Europäer, der mit engeren Straßen vertraut ist, wirklich überhaupt kein Problem darstellte! Außerdem wurden wir nach einer engen Kurve von einer Braunbärin mit ihrem Jungen überrascht, die gemütlich die Straße entlang schlenderten und sich über fünf Minuten von uns beobachten ließen.
Danach hatten wir eine echt lange Fahrt zum Death Valley vor uns, bei der man vor allem über die Breite der Täler und über die langen Fahrten geradeaus staunen konnte.
Death Valley selbst lohnt nicht unbedingt, da es einfach nur ein trockenes, staubiges Tal ist, das - abgesehen von einigen schönen Fotos beim Sonnenaufgang - nicht viel bieten konnte. Allerdings werden wir nicht so schnell vergessen, dass es abends um 07.00 p.m. immer noch 40° C im Schatten waren. Es war somit die einzige Nacht, in der wir wegen zu großer Hitze nicht gut einschlafen konnten.

 

Death Valley - Zion Canyon Nationalpark, 10. Okt. 1999

Am nächsten Tag führte unsere Reise aus dem Death Valley heraus über Las Vegas in den Zion Nationalpark. Nachdem wir unser Wohnmobil auf einem schönen, aber schiefen, Campingplatz geparkt hatten, war noch genug Zeit für eine Wanderung zum Watchman, einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen Teil des Zion Canyon überblicken kann. Nach einem relativ harmlosen Anstieg wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Das Zion Tal wird von einem starken rot (Felsen) - grün (Bäume) - Kontrast durchzogen, der den Canyon sehr reizvoll macht! Das Lagerfeuer war für uns mittlerweile obligatorisch, zumal es im Zion abends relativ schnell kühl wurde.

 

Zion Canyon Nationalpark, 11. Okt. 1999

Aufgrund verschieden warmer Luftschichten, die abkühlen, wird es im Zion Canyon über Nacht sehr windig, so dass wir am nächsten Morgen unsicher waren, ob es wohl überhaupt warm würde. Die FAQ-Liste der Ranger gab darüber Auskunft, das es 35° C werden sollte - also durchaus warm.
Aufgrund der kurzen Strecken haben wir uns nicht nur eine Wanderroute ausgesucht, sondern direkt mehrere. Für Wohnmobilfahrer ist ca. nach der Hälfte des Tals Schluss, da nur beschränkt bzw. SEHR beschränkt Parkraum zur Verfügung steht. Zum Transport wird dort ein Shuttlebus mit einem echt witzigen Fahrer eingesetzt.
Wir haben uns an dem Tag den Hidden Canyon, eine richtig enge Schlucht, in der man auch ein wenig auf allen Vieren krabbeln muss, ein wunderschönes Flußtal und die Emerald Pools angesehen, so dass der Tag durch unsere Wanderungen wieder voll ausgeschöpft war.

 

Zion Nationalpark - Bryce Canyon, 12. Okt. 1999

Am nächsten Morgen sind wir noch früher aufgestanden als gewöhnlich, da wir möglichst früh im Bryce Canyon ankommen wollten. Auf dieser Strecke liegt allerdings ein Hindernis in Form eines Tunnels, der aufgrund seiner Höhe für Wohnmobile ungeeignet ist. Man muss daher 10 $ bezahlen, und die Amerikaner heben den Tunnel dann jeweils 50 cm an, damit man mit einem Wohnmobil problemlos passieren kann. Nein, kleiner Scherz - Ranger stoppen den Verkehr auf der anderen Seite des Tunnels, damit man mit dem Wohnmobil in der Mitte des Tunnels fahren kann, dessen Höhe dann völlig ausreichend ist.
Die Strecke vom Zion zum Bryce ist traumhaft schön - große Wiesen, schöne Flussläufe - halt alles, was das Panoramaherz begehrt.
Wenn man in den Bryce Canyon Nationalpark fährt, sieht man erst einmal nichts vom Canyon. Erst nachdem man das Wohnmobil weggeparkt und sich zu Fuß einige Meter durch einen Nadelwald bewegt hat, steht man urplötzlich (und ich meine urplötzlich!) vor einem Abgrund. Der Anblick, der sich einem bietet, ist einfach nur überwältigend und lässt sich auch nicht gut in Worte fassen. Soviel sei gesagt, das Spiel der Farben und Formen, die sich in dem Canyon vereinen, sind grandios.
Wir haben im Bryce Canyon den sogenannten Fairyground Trail abgewandert, bei dem man sich mit ein bisschen Fantasy während des Wanderns allerlei Märchenfiguren in den steinernen Säulen vorstellen kann. ACHTUNG - In dem Material, das man am Parkeingang bekommt, steht, dass man ausreichend Getränke mitnehmen sollte. Im Bryce Canyon ist das wirklich besonders wichtig, da es so gut wie überhaupt keinen Schatten gibt. Auch Sonnenhut und -creme sollte man auf keinen Fall vergessen! Nach unserer 6-stündigen Wanderung sind wir noch ein Stück entlang des Scenic-Drives gefahren, den wir aber für nicht lohnend halten - man sollte lieber wandern!

 

Bryce Canyon - Grand Canyon, 13. Okt. 1999

Der nächste Tag brachte ein kleines Problem mit sich. Unsere Toilette schien verstopft zu sein, obwohl wir sie seit Tagen nicht benutzt hatten. Gemäß Murphys Law war natürlich die Dump Station (wo man den Unrat ablässt) am Campingplatz gesperrt, so dass wir erst einmal weitergefahren sind, zumal in der Bedienungsanleitung auch stand, dass sich das Problem einer verstopften Toilette während der Fahrt oftmals von selbst lösen würde. Nicht so bei uns. Als Nicole in einem Laden nach preiswerten Jeans schauen wollte, kam es mir in den Sinn, nach der (in meiner Hoffnung) abgelaufenen Toilette zu schauen. Leider war sie während der Fahrt nicht ab- sondern übergelaufen. Nachdem wir die gröbste Schweinerei - es war gar nicht so ekelig - es roch nur unangenehm - beseitigt hatten, haben wir dann nach einer Dump Station gesucht. Wie sich beim Entladen der Abwassertanks herausstellte, waren beide randvoll, obwohl die Anzeige im Wohnmobil leer angezeigt hatte. Außerdem waren unsere Abwassertanks miteinander verbunden, da der Tank, der eigentlich nur für Toilettenwasser genutzt wird, auch durch Dusch- und Spülwasser voll wurde. Naja, man ist ja lernfähig.
Wo der Tag eh schon so verkorkst angefangen hatte, ging es auch verkorkst weiter. Unsere Wohnmobilvermietung hatte es versäumt, einen Ölwechsel durchzuführen, der somit bereits 800 Meilen überfällig war. Wir sind daher in eine Werkstatt gefahren, um den Ölwechsel vornehmen zu lassen. Murphy war wieder zur Stelle, da mein Rucksack beim Entladen des Wohnmobils leider noch offen war und sich daher mein Fotoapparat gewillt sah, der Schwerkraft zu folgen, um einen kleinen Crashtest aus 1,5m Höhe zu machen. Das Batteriefach war leicht angebrochen, aber der freundliche Werkstattmeister (so Freundliche wie den, wird es in Deutschland niemals geben) half sofort mit etwas Isolierband (electrical tape, nicht isolatic tape ;o)) aus. Schlimmer konnte es eigentlich ja nicht mehr werden - wurde es zum Glück dann auch nicht.
Wir haben unsere Fahrt nach dem Ölwechsel fortgesetzt und sind dann gegen 03.00 p.m. in den Grand Canyon hineingefahren. Die Scenic Points konnte man nicht anfahren, weil überall Busse mit Touristen parkten. Grand Canyon Village war eine einzige große Baustelle und zudem völlig auf Kommerz ausgelegt - wie in keinem anderen Nationalpark. Wir haben uns den schönen Sonnenuntergang angschaut und sind dann zurück zum Wohnmobil.

 

Grand Canyon - Las Vegas - Prim, 14. Okt. 1999

Aufgrund des gesamten Reinfalls am Tag vorher, hatten wir morgens beschlossen, einen Hubschrauberflug über den Grand Canyon zu machen. Ich hatte Glück, da meine 73 kg Lebendgewicht anscheinend mit dem des Piloten übereinstimmten, so dass ich vorne sitzen durfte ;o). Der Flug über den Grand Canyon war atemberaubend, weil der Grand Canyon wirklich sooooooooooooo groß ist! Wenn man den GC besucht, sollte man sich einen Flug nicht entgehen lassen, auch wenn er mit $99 relativ teuer ist.
Wir sind dann weiter Richtung Westen entlang der alten Route 66 gefahren, die allerdings nicht mehr viel von ihrem legendären Touch übrighat. Vor Las Vegas haben wir dann einen kleinen Abstecher an den Lake Mead gemacht, an dessen Strand wir uns eine Stunde in die Sonne gelegt und in dessen Wasser wir ein angenehmes Bad genommen haben. Das tat echt gut, nach 1 1/2 Wochen das erste Mal waschen... Kleiner Scherz ;o) - unsere Dusche funktionierte ja zum Glück!
Nach unserem kurzen Badeurlaub sind wir dann weiter nach Las Vegas gefahren. Tip für Wohnmobilfahrer: Es gibt massenhaft große, kostenlose Parkplätze direkt im Zentrum und es gibt auch einen Campingplatz direkt am Strip (gehört zum Circus, Circus). Wir haben unser Motorhome am Hilton geparkt und sind dann einmal den Strip hinuntergelaufen (7km). In Las Vegas gilt wirklich das Motto bunter, höher, größer, schneller, gigantischer. Eine größere Verschwendung von Energie und Wasser hatten wir vorher noch nicht gesehen. Es ist schön, Las Vegas mal gesehen zu haben, aber unsere Präferenzen lagen eindeutig auf den Nationalparks. Von daher war für uns der eine Abend durchaus ausreichend, um einen Eindruck zu bekommen.
Zum Abschluss des Tages sind wir noch ca. 20 Meilen Richtung Südwesten gefahren, da wir in Prim übernachten wollten. Etwa 15 Meilen, bevor wir nach Prim kamen, konnten wir den Ort bereits sehen, da es im Prinzip ein kleines, beleuchtetes Las Vegas ist. Spaß hatten wir mit dem Campingplatz. Da um 01.00 a.m. natürlich keiner mehr im Büro sitzt, musste man über ein mir sehr suspekt erscheinendes Telefon Kontakt zu einem Übermenschen in irgendeiner Rezeption aufnehmen. Man bekam im Austausch für die Kreditkartennummer einen Code für eine Schranke. Den falschen Code. Nach etwa einer viertel Stunde war die Schranke dann offen und ich war froh, als ich für diesen Tag entgültig geparkt hatte!
Als nächstes fehlte uns dann der Code für die Toilleten- bzw. Duschhäuser, aber damit haben sich Nicole und Steffi auseinandergesetzt.

 

Prim - Los Angeles, 15. Okt. 1999

Als ich morgens vom Duschen kam, leuchtete mir gegenüber ein Schild mit der Aufschrift Factory Outlet. Etwa 1 1/2 Stunden später war dann Calvin Klein 450 DM reicher und wir 450 DM ärmer. Dafür bekam man aber auch eine Jeans von CK für 60 DM, die ich später in einer Boutique für 160 DM gesehen habe. Wer gerne Klamotten aus Amerika mitbringen möchte, der sollte auf alle Fälle mal ein Factory Outlet aufsuchen. Das Outlet hatte übrigens die Größe wie hierzulande große Einkaufszentren.
Auf unserer Fahrt Richtung L.A. sind wir quer durch die Mojave Wüste gefahren, um uns das größte Thermometer der Welt anzuschauen. Außer dem Thermometer hat die Wüste sonst auch nichts Interessantes zu bieten.
Wenn man dann nach L.A. reinfährt, werden die Autobahnen breiter und der Himmel dunkler. D.h., man denkt, es wäre stark bewölkt. Ist es ja auch, aber durch Abgase und nicht durch natürliche Wolken. Der Smog ist sogar so stark, dass man die Abgase riechen kann.
Unglaublicherweise hat L.A. nur sehr wenige Campingplätze und der, den wir uns ausgespäht hatten, war natürlich voll. Nach einem kurzen Tankstop sind wir dann den selben Weg ein Stück zurück und haben dann auf einem Campingplatz in einem Naturschutzgebiet nördlich von L.A. übernachtet. Zumindest bis 03.00 a.m. Zu diesem Zeitpunkt vibrierte unser Wohnmobil - dafür dass es geparkt war - einfach etwas zuviel. Wir hatten zuerst an irgendwelchen Pöbel gedacht, der vielleicht an unserem Wohnmobil wackeln würde. Aber als der ganze Spaß nach ca. 45 Sekunden zu Ende war, waren wir zu dem Schluss gekommen, dass es wohl ein Erdbeben gewesen sein musste. Der Gedanke, dass jemand an dem extrem hart gefederten Wohnmobil so stark hätte wackeln können, war sowieso völlig absurd.

 

Los Angeles - Amsterdam - Plettenberg, 16-17. Okt 1999

Als ich morgens zur Dusche ging, begrüßte mich eine Californierin und fragte, ob wir denn auch das Erdbeben gespürt hätten. Ich bemerkte daraufhin, dass es ja kaum zu überspüren gewesen wäre und fragte, wie stark es denn wohl war. Sie antwortete daraufhin: "Ohh. This was a really good one!". Wie auch später die Aussagen in den Zeitungen mit einer Stärke von 7,0 auf der Richterskala belegten.
Beim letzten Rundgang um das Wohnmobil stellte ich dann fest, dass der Tankstutzen fehlte. Der musste sich wohl bei unserem letzten Tankstop selbständig gemacht haben. Also haben wir die nächste Tankstelle angesteuert, um uns einen neuen Tankstutzen zu besorgen. "Down this street for about 7 miles. Turn right and then after three blocks turn left and..." war die Auskunft des Tankwarts, da man solche Stutzen nur in Werkstätten kaufen könne. Wir hatten daher den Stutzen erst einmal abgeschrieben und sind Richtung Wohnmobilvermietung gefahren. Die Interstates von L.A. waren sogar Sonntags morgens um 08.00 a.m. ziemlich voll. Für Europäer ziemlich ungewöhnlich sind die breiten Autobahnen, die bis zu 9 (in Worten: NEUN) Spuren in eine Richtung haben!


Alle Abfahrten von der Interstate waren geöffnet. Natürlich bis auf die, bei der wir abfahren mussten. Wir sind also die nächste runter, zweimal rechts und... die Straße zur Wohnmobilvermietung war wieder gesperrt. Wie sich herausstellte, war die Vermietungsagentur auch noch umgezogen und befand sich 16 Meilen weit entfernt! Zu dem Zeitpunkt war ich echt kurz davor zu platzen! Naja, meinem Ärger habe ich dann in der Vermietungsagentur Luft gemacht - nachdem wir dann doch endlich da waren - und wir haben dafür eine Rückerstattung von $150 bekommen. Dafür haben wir dann in der ganzen Hektik unsere Jacken im Wohnmobil hängen gelassen, so dass wir netto einen dicken Verlust gemacht haben. Aber egal.


Auf dem Weg zum Flughhafen saßen wir mit ein paar Holländern im Auto, die auch eine nette Geschichte zum Thema Toilettenverstopfung erzählen konnten: Sie dachten, ihr Bier im Eisfach wäre geplatzt und sind erstmal weitergefahren - bis dann das Wohnmobil ziemlich feucht war und unangenehm roch ;o)! Obwohl wir manchmal etwas Pech hatten, war unser Trip durch den Südwesten unser bisher schönster Urlaub, und es war nicht unser letzter Besuch der USA.So, dass war sie auch schon, unsere Reisebeschreibung.

Über Feedback würde ich mich freuen!

 

Abschließend noch ein paar Tips:- Auf jeden Fall mit einem Wohnmobil durch die USA touren - weiter in die Nationalparks (ohne morgens und abends viel Fahrerei in Kauf zu nehmen) kommt man nicht, es sei denn mit einem Zelt, was mich allerdings auch sehr reizen würde- Campingplätze muss man in der Nachsaison nicht reservieren, sondern einfach drauflosfahren, es ist immer ein Plätzchen frei- Wer auf ein wenig Luxus, wie z.B. Strom am Standplatz, etc. verzichten kann, sollte lieber die Campingplätze in den Nationalparks nutzen, da diese viel schöner sind als die privaten, von z.B. KOA (ausserdem war bei uns das Personal bei den Privaten total unfreundlich)- Die Strecke nicht zu lang planen (wir haben auch viel gestrichen) und je nach Dauer der Reise mindestens (!) zwei Tage pro Nationalpark einplanen- Nicht nur die Scenic Drives abfahren, sondern wirklich in die Parks hineinwandern!- Mit einem Wohnmobil keine unbefestigten Wege fahren. Es macht echt keinen Spaß. Wir sind kurz im Death Valley von der Straße abgefahren und haben uns dadurch eines Besseren belehren lassen. Motorhomes sind für solche Aktionen einfach zu hart gefedert- Kein Wohnmobil bei Cruise America mieten! Einen besseren Gesamteindruck und auch eine bessere Ausstattung bieten El Monte und Motoris! Wer dennoch bei Cruise America bucht, sollte sich sein Convenience Kit (Campingausstattung) besser im Supermarkt zusammenkaufen und mit nach Hause nehmen, da die gemietete Ausstattung ($75) grottenschlecht (!!) ist.- Unbedingt bei der Übernahme prüfen, ob das Radio und die Standheizung funktioniert!


Unsere Nationalpark Favoriten (obwohl es sehr schwierig ist, eine Gewichtung vorzunehmen!):


1. Yosemite Nationalpark
2. Bryce Canyon Nationalpark
3. Zion Canyon Nationalpark
4. Sequoia Nationalpark
5. Grand Canyon Nationalpark
6. Death Valley Nationalpark

 

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