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Bericht: Zwei Sauerland-"Erstlinge" 2004 im Vergleich
     
1. P-Weg Marathon-Wochenende
11.-12. September 2004
 
1. Rothaarsteig-Marathon
16. Oktober 2004
     
Nächster Termin:
ob und wann wird Ende Oktober bekannt gegeben
  Nächster Termin:
15. Oktober 2005
     

Start und Ziel:
Plettenberg im märkischen Sauerland

 

Start und Ziel:
Fleckenberg im Hochsauerland

     

Strecken:
Halbmarathon, Marathon und Ultramarathon (67 km); Marathon und Ultramarathon auch für Walker und Wanderer; zusätzlich Marathon und Ultramarathon (82 km) für Mountainbiker (12. September)

Alle Strecken führen über den gesamten oder einen Teil des P-Wegs, der die Stadt Plettenberg umrundet.

 

Strecken:
Halbmarathon und Marathon

Von Fleckenberg aus führen die Strecken über einen "Zubringer" auf den Rothaarsteig, folgen diesem für einige Kilometer, um dann wieder ins Lennetal nach Fleckenberg hinabzuführen.

     

Streckenprofil (Marathon-Strecke):
Laut Ankündigung 1003 Höhenmeter; aufgrund von Streckenänderungen müssten es nach meinen Recherchen aber ca. 1080 Höhenmeter sein.

Lange An- und Abstiege über die gesamte Strecke verteilt (drei Berge werden überwunden). Einige Anstiege mit über 20% Steigung. Im Mittelteil leicht welliger Streckenabschnitt über einen Höhenrücken. Die letzten Kilometer geht es über Trampelpfade steil bergab.

 

Streckenprofil (Marathon-Strecke):
838 Höhenmeter

Langer gleichmäßiger Anstieg zum Rothaarsteig. Dort tendenziell leichter Anstieg bis zum höchsten Punkt der Strecke. Anschließend ziemlich steiler Abstieg, anfangs auf Asphalt. Die letzten Kilometer führen relativ flach durchs Lennetal.

     

Streckenbeschaffenheit:
Überwiegend Waldwege; ein paar Kilometer Asphalt; ein paar Kilometer Trampelpfad.

 

Streckenbeschaffenheit:
Überwiegend Waldwege; ein paar Kilometer Asphalt; ein paar Kilometer Trampelpfad.

     

Der Lauf:
Nach Gewitter in der Nacht bedecktes Wetter mit vereinzelten Schauern - ca. 15° C Lufttemperatur.

Start um 7:30 Uhr in der Innenstadt Plettenbergs. Nach fünfhundert Metern folgt dann schon der erste knackige Anstieg hinauf zum Tanneneck. Ich kann mich wieder einmal nicht bremsen und drehe etwas zuviel auf... Am "Gipfel" erwartet eine aufgeblasene, zu durchlaufende lila Milka-Kuh das Läuferfeld als Belohnung für den Anstieg.

Nach dem Abstieg und Verpflegung (im Angebot sind von Anfang an Wasser, Iso, Cola, Bananen, Äpfel und Schnittchen) im Plettenberger Ortsteil Pasel geht es auf der gegenüberliegenden Talseite die "Plettenberger Mauer" mit ca. 300 Höhenmetern auf einer Strecke von 4 km hoch. Stellenweise mit über 20% Steigung. Ich muss meinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und mich den Berg ganz schön hochkämpfen. Oben wird man eigentlich mit herrlicher Aussicht belohnt - heute gibt es aber nur Wolkensuppe, so weit das Auge reicht.

Der P-Weg - und damit die Läuferschar - folgt einem Höhenrücken mit relativ geringen Höhenschwankungen und lässt einen ein wenig zu Luft kommen. Der Höhenrücken wird verlassen und im Tal sind ca. 23 km absolviert.

Auf der anderen Talseite geht es mit ordentlicher, laufbarer Steigung mehrere Kilometer zum Ortsteil Selscheid hinauf. Nach Überquerung der Straße folgt ein mehrere hundert Meter langes Steilstück. Alle Läufer um mich herum (mich eingeschlossen) gehen hier. Mit laufbarer Steigung geht es weiter bergauf, bis auch der höchste Punkt des dritten Berges überwunden ist.

Von hier aus geht es im Prinzip nur noch bergab. Nach einigen Kilometern Waldweg führt die Marathonstrecke über schmale Trampelpfade steil bergab Richtung Innenstadt. Laute Musik lässt nun schon die Stimmung im Zielbereich erahnen.

Zum Schluss muss man sich noch einmal um die Innenstadt Plettenbergs quälen, bevor es auf die Zielgerade geht. Im Ziel läuft man über eine Bühne und wird von mehreren hundert Zuschauern gefeiert. Als Getränke werden Wasser und Cola, zur kurzen Stärkung Streußelkuchen gereicht.

 

 

Der Lauf:
Wechselhaftes Wetter mit teilweise ergiebigem Niederschlag - ca. 8° C Lufttemperatur.

Start um 13:00 Uhr auf dem Sportplatz in Fleckenberg (Wer hat sich die Zeit ausgedacht?! Passt weder zum Frühstück, noch zum Mittagessen...). Nach einer Runde auf dem Sportplatz geht es zum Aufwärmen durchs Lennetal.

An der ersten Verpflegungsstation gibt es süßen Tee und ein Multivitamingetränk. Kein Wasser?! Da ich ohne Trinkflasche gestartet bin, nehme ich zähneknirschend einen Becher Tee.

Aus dem Lennetal hinaus folgt der Weg mit moderater (gut laufbarer) Steigung einem Zubringer zum Rothaarsteig. Der Rothaarsteig selbst führt über einen Höhenkamm. Tendenziell geht es zwar bergauf, immer wieder aber auch ein paar Meter bergab. An den folgenden Verpflegungsstellen gibt es zum Glück auch Wasser - und zur Stärkung Bananen.

Gute zwei Stunden nach dem Start fängt es an zu regnen. Der Lauf auf der eh schon sehr nassen Strecke wird zu einer Crosslauf-Schlammschlacht. Immer wieder muss man den Weg verlassen und neben dem eigentlichen Weg laufen, um nicht in Wassergräben bis über die Knöchel zu versinken. Es macht zwar Spaß, aber das Hin- und Herspringen über Wurzeln und das konstante "Schuhe aus dem Matsch freisaugen" kostet allerdings mehr Kraft als notwendig. Irgendwann hört der Regen wieder auf und nach links und rechts gibt der Wald zwischendurch wieder schöne Panoramaausblicke frei.

Nach ca. 30 km erreicht man das Dorf Schanze. Wie auf einer Schanze geht es fast im freien Fall ins Tal. Obwohl ich eigentlich immer gut bergab laufen kann, werden meine Oberschenkel auf diesem Stück schwer wie Blei. Vielleicht doch noch leichte Nachwirkungen vom P-Weg-Marathon? ;o)

Nach einem letzten flachen Anstieg entlang eines Siepen geht es über ein relativ langes Asphaltstück nach Latrop und von dort dann durch das Lennetal zurück nach Fleckenberg.

Das Ziel ist direkt vor der Schützenhalle - eine Runde auf dem Sportplatz bleibt einem erspart. ;o) Im Ziel gibt es warmen Tee und Wasser (?). Zur Stärkung gibt es leider nichts. Zum Glück kann man gegen Bares ein paar Meter weiter Brat- und Currywurst kaufen.

 

   

Beurteilung:

+ Überdachter Zielbereich, der Teilnehmer und Zuschauer vor Regen schützt
+ Schöne Strecke
+ Sowohl Parkmöglichkeiten in direkter Nähe und "Park and Ride"
+ Zeitmessung per Chip
+ Überdurchschnittliche Streckenversorgung (Wasser, Iso, Cola, Bananen, Äpfel, Schnittchen)
+ Hunderte von Zuschauern im Zielbereich
+ Finisher-Shirt
+ Fotoservice mit sehr günstigen Fotos
+ Pasta-Party mit Live-Musik
= Verbesserungsfähige Versorgung im Ziel; Getränke und Streußelkuchen
= Verbesserungsfähige Startnummernausgabe
- Stellenweise etwas unklare Streckenkennzeichung (zumindest für Ortsunkundige)

 

Beurteilung:

+ Schützenhalle direkt bei Start und Ziel bietet bei schlechtem Wetter guten Schutz
+ schöne Strecke, wenn auch die Prospektfotos einen längeren Trampelpfadanteil vermuten lassen
+ Parkmöglichkeiten in direkter Nähe
+ Nachmeldungen ohne Meldegebühr (halte ich allerdings für riskant, da sehr schlecht kalkulierbar ist, wie viele Läufer starten)
+ Gute Kennzeichnung der Strecke
+ Falke-Laufsocken (wobei ein Finisher-Shirt letztlich cooler ist)
= Durchschnittliche Streckenversorgung (Wasser, Tee, Cola, Bananen)
- Schlechte Versorgung im Ziel; nur Getränke
- Kaum Zuschauer, weder an der Strecke, noch im Ziel (fand ich selbst für einen Waldlauf mager)
- Verbesserungsfähige Startnummernausgabe (Nachmelder waren deutlich schneller als Vormelder ;o))
     

Gesamturteil:
Endlich gibt es im Sauerland anspruchsvolle, insgesamt sehr gut organisierte Laufveranstaltungen. Insbesondere für Erstveranstaltungen halte ich beide Veranstaltungen für gelungen.

Auch wenn meine Laufzeiten (P-Weg 4:08 h; Rothaarsteig 4:07 h) anderes vermuten lassen, stufe ich den P-Weg schwieriger ein. Zwischen P-Weg und Rothaarsteig lagen schließlich nur fünf Wochen und ich habe nicht konsequent weiter trainiert, sondern bin den Rothaarsteig nur "just for fun" mitgelaufen. Während ich beim P-Weg mit den Anstiegen zu kämpfen hatte, war es auf dem Rothaarsteig der lange, steile Abstieg.

Panoramamäßig gibt es für mich keinen klaren Sieger. Zwar ist der Rothaarsteig durch intensives Marketing bekannter (es gibt sogar eine Rothaarsteig-Wurst - das nenne ich Merchandising...), der P-Weg steht ihm aber in nichts nach (siehe auch meine Fotos vom P-Weg).

Klarer Vorteil beim P-Weg ist die Streckentrennung von Marathon und Ultramarathon nach 32 km. Wenn die Beine nicht mehr mitmachen, kann man einfach auf die Marathonstrecke abbiegen und wird für den Marathon gewertet.

Mir persönlich hat der P-Weg insgesamt besser gefallen. Dennoch: Wer beide Läufe noch nicht kennt, sollte einfach beide mitlaufen und sich eine eigene Meinung bilden. Das Sauerland ist jedenfalls um zwei schöne Sportereignisse reicher!


 
© Fotos und Text: S. Tengler, 2004